Was bringen Aktivkohlefilter?

Beitrag verfasst von Gianluca Bontempi

Beitrag verfasst von Gianluca Bontempi

Mit langjähriger Erfahrung im Bereich Cannabis und als Kopf hinter Medusafilters steht Gianluca Bontempi für fundiertes Wissen und echte Leidenschaft.

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Die Antwort auf einen Blick

Aktivkohlefilter reduzieren einen Teil der Schadstoffe aus dem Rauch, bevor er in die Lunge gelangt – sie machen das Rauchen aber nicht unbedenklich. Der Rauch wird spürbar kühler und milder und kratzt weniger im Hals, während gewünschte Wirkstoffe den Filter weitgehend passieren. Entscheidend für die Wirkung sind die Qualität der Aktivkohle (fein, aus Kokosnussschalen) und die Verschlüsse: Offenporige Zellulosekappen filtern besser als Keramikkappen.

Was bringen Aktivkohlefilter beim Rauchen?

Ein Aktivkohlefilter kühlt den Rauch und bindet durch Adsorption einen Teil von Teer, Partikeln und Schadstoffen, bevor sie in den Mund gelangen. Im Joint ersetzt er den gedrehten Papptip: Der Zug wird spürbar kühler und weicher, Krümel bleiben zurück, das Aroma bleibt weitgehend erhalten. Was er nicht kann: Rauchen unbedenklich machen. Er verändert das Zugerlebnis, nicht das Grundrisiko.

Aktivkohlefilter erfreuen sich in der Rauchergemeinde immer größer werdender Beliebtheit. Viele Raucher greifen inzwischen auf sie zurück. Wir denken: zu Recht! Sie stellen nämlich eine einfache, jedoch sehr effektive Methode dar, um einen Teil der Schadstoffe im Rauch zurückzuhalten. Erstmal anstelle eines Tips (gedrehte Pappe) im Joint "eingebaut" sorgt er vor allem für einen kühleren und saubereren Zug. Anders als bei Zigarettenfiltern beinhalten sie filternde Aktivkohle. Unbedenklich wird Rauchen dadurch aber nicht. Was hat es aber mit dem Hype um Aktivkohlefilter auf sich und welche Unterschiede gibt es? Hier erfahrt ihr es.


Aktivkohlefilter gibt es in verschiedenen Ausführungen: Aufbau und Funktion

Zahlreiche Varianten (Tip-size, slim) sind inzwischen auf dem Markt, doch wie ist der Aufbau und wo sind die Unterschiede der gängigsten Modelle für Joints? Wir ziehen den großen Vergleich zwischen den herkömmlichen Aktivkohlefiltern mit Keramikkappen und der Neuentdeckung der letzten Jahre mit Zelluloseverschluss.

Zunächst einmal müssen wir aber definieren, was einen Aktivkohlefilter zu einem guten Aktivkohlefilter macht. Denn Sie alle verfolgen das Ziel, dem Cannabis - Konsumenten ein möglichst angenehmes und schadstoffarmes Raucherlebnis zu ermöglichen. Gefüllt mit Aktivkohle, die in Form von Pellets, Granulat oder einer Schicht auf einem Trägermaterial verwendet wird, soll hier ein möglichst hohes Filterergebnis erzielt werden (meist mit 6 mm - 7 mm Durchmesser). Auf die inneren Werte kommt's an!

Die Aktivkohle wird dabei auf natürliche Weise oder durch Behandlung mit Dämpfen oder Chemikalien hergestellt, wodurch eine große Anzahl von Poren entstehen, die große Oberflächen bieten. Dieser Prozess verändert die Struktur der Kohle maßgeblich und "aktiviert" diese. Unter dem Mikroskop sieht das dann ziemlich mondähnlich und porös aus.

Diese poröse Struktur ermöglicht es der Aktivkohle, Chemikalien, Stickstoffe und schädliche Gase bzw. deren Moleküle an der Oberfläche zu binden. Man spricht von der Adsorption. Weiter reduziert sie die Belastung durch:

  • Kohlenmonoxid
  • Nikotin
  • Nickel
  • Arsen
  • Stickstoffe
  • Teer
  • uvm.

Das alles, ohne dabei größere Mengen THC/CBD Moleküle aufzunehmen. Bei ansonsten über 600 verschiedenen Schadstoffen im Rauch ein verschmerzbarer Kompromiss.

Die Effizienz des Aktivkohlefilters hängt also maßgeblich von der Menge, der Aktivkohleform- und Art ab. Hier gilt es nochmals zwischen Steinkohle und der zu unterscheiden, welche aus Kokosnussschalen gewonnen wird. Zweitgenannte zeigt deutlich verbesserte Filterergebnisse.

Grundsätzlich lässt sich sagen, je feiner die Aktivkohle, desto höher das Filterergebnis bei gleicher Menge (da mehr Oberfläche).

An Ort und Stelle gehalten wird diese durch Keramikverschlüsse mit Lochung, oder mit offenporigen Zellulosekappen (Bsp. Medusafilters). Übrigens gibt es inzwischen selbst für die Bong und die ein oder andere Pfeife Aktivkohlefilter.

Aktivkohlefilter mit Keramik- vs. Zellulosekappen – was ist die bessere Wahl und was bringen sie wirklich?

Um hier auf ein aussagekräftiges Ergebnis zu kommen, muss diese Frage von mehreren Blickwinkeln betrachtet werden.

Übrigens: Auch Glasfilter sind eine spannende Alternative – den direkten Vergleich findest du im Beitrag Glasfilter vs. Aktivkohlefilter.

Medusafilters Aktivkohlefilter anschaulich dargestellt

1. Schadstoffreduzierung

Der Aktivkohlefilter in der Keramikvariante filtert beim Rauchen (vor allem Tabak) mit groben Aktivkohlepellets welche - wie wir oben gelernt haben, weniger Schadstoffe aufnehmen können. Dies ist aber aufgrund der Bauart und zum Vermeiden von Aktivkohlestückchen im Mund jedoch nicht anders zu lösen.

Zusätzlich hierzu wird sich das Einatmen von Aktivkohlestaub beim Ziehen kaum vermeiden lassen. Dies sorgt schnell für einen verfälschten Geschmack und einer höheren Schadstoffbelastung.

Die Zellulosevariante hingegen ist von keiner Lochung abhängig und kann die Aktivkohle daher deutlich feiner nutzen. Dies sorgt bei weniger Aktivkohle für eine höhere Filterkraft. Zusätzlich filtern die Zellulosekappen auf beiden Seiten den Kohlestaub sowie Teer und Nikotin ohne dabei Cannabinoide und die Wirkung vom THC nennenswert zu vermindern.

Der Geschmack beim Rauchen mit Aktivkohlefilter in der Zelluloseversion wird nicht verfälscht.

Aktiv-Zellulosefilter 1. Aktivkohlefilter mit Keramikverschluss 0.

2. Aktivkohlefilter beim Rauchen - Durchzug & Rauchverhalten

Auch hier macht der Aktivkohlefilter in der Keramikversion wieder den Anfang.

Der Durchzug scheint im ersten Moment nahezu unverändert um "Tip" zu sein. Auf den zweiten Blick steht man diesem jedoch etwas ernüchternder entgegen.

Aktivkohle wirkt durch Adsorption an ihrer porösen Oberfläche - sie schmilzt oder verflüssigt sich nicht. Der Keramikverschluss kann jedoch durch Feuchtigkeit und das Ziehen am Mundstück verstopfen, wodurch sich die feinen Löcher in der Keramikhülse schnell zusetzen. Dies sorgt für einen deutlich reduzierten Durchzug, bis hin zum Komplettverschluss. Lose Aktivkohle kann noch zusätzlich bei zu starkem Ziehen in den Mund gelangen, spätestens dann ist das erhoffte Raucherlebnis Vergangenheit.

Keramikfilter verfügen nicht über einen Hitzeschutz, somit ist der Rauch beim Verbrennungsprozess, je näher man seinen Joint bis zum Filter raucht, mitunter ziemlich heiß. Dies kann noch im besten Fall zu trockenen, rissigen Lippen führen.

Der Zellulosefilter - Aktivkohlefilter:

Die offenporigen Verschlüsse des Aktiv-Zellulosefilter sind echte Helden eines jeden Konsumenten. Sie fangen nämlich nicht nur die lose Aktivkohle ein ohne zu verstopfen, sie sorgen auch bei geringer Länge des Joints für einen kühlen Durchzug von Anfang bis Ende.

Denn eure Lippen sind zum Küssen da.

Aktiv-Zellulosefilter 2. Aktivkohlefilter mit Keramikverschluss 0.


3. Umweltbelastung

Vorweg will gesagt sein, dass die korrekte Entsorgung eines jeden Filters Voraussetzung für diesen Vergleich ist. Durch die aufgefangenen Schadstoffe im Filter ist die Umweltbelastung bei fahrlässigem Entsorgen nicht zu vermeiden. Lasst uns nun aber auf die Herstellung von Aktivkohlefiltern und deren Materialeigenschaften eingehen.


Der Keramikfilter nutzt neben einer Papphülse und Designpapier natürlich auch die namensgebenden zwei Keramikkappen. Dies ist eines der ältesten Werkstoffe der Menschheitsgeschichte. Grundsätzlich als Naturprodukt zu bezeichnen benötigt man auch heutzutage für die Keramikproduktion noch enorme Mengen an Energie, weil die Keramik oftmals 6-12 Stunden bei 1200°c erhitzt oder gesintert werden muss. Mit ihr verbrennt auch jeglicher Bezug zur Umweltneutralität bei der Produktion. Wie aktuelle Studien belegen, ist vor allem die Tatsache für die Umwelt schädlich, dass bei der Massenfertigung von Keramikprodukten fast immer fossile Brennstoffe für die Befeuerung der Öfen genutzt werden – was entsprechend umweltschädliche Emissionen zur Folge hat. Hinzukommt, dass Keramik nicht biologisch abbaubar ist - dies kann also mit Leichtigkeit ein Menschenleben oder gar ganze Generationen überdauern.


Zellulose ist anders. Besser gesagt, reden wir hier von Celluloseacetat. Dies ist ein biologisch abbaubarer, Bio-basierter Kunststoff, der zum Beispiel zur Herstellung nachhaltiger Verpackungen für Lebensmittel verwendet werden kann. Nicht zu verwechseln mit dem, was beim klassischen Zigarettenfilter verwendet wird. Dementsprechend gelangt er auch in Siedlungsabfälle. Cellulose-Acetat (Kurzzeichen CA) wird zwar zu den thermoplastischen Kunststoffen gezählt, ist aber eher ein modifizierter Naturstoff. Bei der Produktion wird Cellulose, meist in Form von natürlichem Zellstoff vorliegend, mit Essigsäure und mit Essigsäureanhydrid verestert. Gibt es mittlerweile Prozesse, die vollständig naturverträglich und umweltfreundlich sind? Ja dieser!


Aktiv-Zellulosefilter 3. Aktivkohlefilter mit Keramikverschluss 0.

Natürlich spielen bei der Beurteilung und dem Vergleich zweier Produktgruppen noch weitere Faktoren wie Preis, Markenstanding und persönliche Präferenzen eine entscheidende Rolle. Dieser Vergleich soll lediglich die Grundlage dafür sein.

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Zusammenfassung - Welcher Aktivkohlefilter für den besten Rauchgenuss?

Dass Aktivkohlefilter im Vergleich zu Zigarettenfiltern ohne Kohle definitiv das Rennen machen, sollte inzwischen klar sein, aber auch unter den Aktivkohlefiltern selbst gibt es große Unterschiede im Filterergebnis und der Qualität. Ein Aktivkohlefilter Joint sollte euch ein möglichst angenehmes Raucherlebnis schaffen, ohne dabei selbst in den Fokus zu geraten. Zellulose - Aktivkohlefilter sind auf dem Vormarsch und hatten auch in unserem Vergleich klar die Nase vorne. Überzeugt euch aber selbst – zum Beispiel in unserer Aktivkohlefilter-Übersicht! Welche Modelle aktuell vorn liegen, zeigt unser Ranking der besten Aktivkohlefilter. Wie lange ihr dabei "high" seid, erfahrt ihr in unserem Beitrag Wie lange ist man high?

Aktivkohlefilter im Joint: Was bringen sie wirklich?

Direktantwort: Ein Aktivkohlefilter im Joint bringt drei Dinge, die ein gedrehter Papptip nicht leisten kann: eine Kühlstrecke zwischen Glut und Mund, eine Barriere gegen Krümel und Asche, und eine Kohleschüttung, die einen Teil der Rauchbestandteile bindet. Der Zug wird kühler und weicher, das Mundstück bleibt trocken.

Der Unterschied entsteht an der Hitze. Ein Joint brennt bei mehreren Hundert Grad, und ohne Filter legt der Rauch nur wenige Zentimeter zurück, bevor er ankommt - heiß, konzentriert und oft kratzig. Ein 6-mm-Aktivkohlefilter schiebt eine gefüllte Strecke dazwischen. Der Rauch strömt durch dicht gepacktes Granulat, gibt dabei Wärme an die Kohle und die Filterwand ab und kommt merklich abgekühlt an. Genau das beschreiben die meisten Nutzer als den auffälligsten Unterschied - noch vor der Filterwirkung.

Der zweite Effekt ist mechanisch: Der Filter sitzt als feste Hülse am Ende und lässt kein Pflanzenmaterial durch. Der klassische Krümel auf der Zunge bleibt aus, und weil die Endkappen den Kohlekern halten, weicht das Mundstück nicht durch. Ein gedrehter Tip aus Karton saugt sich dagegen mit der Zeit voll und wird weich.

Der dritte Effekt ist der, über den am meisten geredet wird: Adsorption. Ein Teil des Teers und der wasserlöslichen Rauchbestandteile lagert sich an der inneren Oberfläche der Kohle an, statt in den Mund zu gelangen. Sichtbar wird das am braunen Belag, den ein gebrauchter Filter innen zeigt. Wichtig für die ehrliche Einordnung: Es ist ein Teil, kein Rundumschutz - und die Kohle unterscheidet nicht zwischen erwünschten und unerwünschten Bestandteilen. Wie viel hängengeblieben ist, siehst du am Filter; wie viel Wirkstoff mitgegangen ist, siehst du nicht.

Welche Größe in deinen Joint passt und wo die Unterschiede zwischen 6, 7 und 8 mm liegen, klärt der Größen-Guide für Aktivkohlefilter-Durchmesser. Die 6-mm-Variante ist die gängigste, weil sie mit King-Size-Slim-Papers ohne Wulst abschließt.

Aktivkohlefilter rauchen: Was sich beim Zug verändert

Direktantwort: Mit Aktivkohlefilter zu rauchen verändert vor allem Temperatur, Widerstand und Sauberkeit des Zugs. Der Rauch kommt kühler an, zieht etwas schwerer als durch einen leeren Tip und bringt keine Partikel mit. Am Geschmack ändert sich weniger, als viele erwarten - Aromen passieren die Kohle größtenteils.

Der spürbarste Punkt ist der Widerstand. Ein Aktivkohlefilter ist keine leere Röhre, sondern eine gefüllte Strecke. Wer gewohnt ist, kräftig und schnell zu ziehen, empfindet den ersten Zug deshalb oft als zäher. Das ist kein Defekt: Ein ruhiger, gleichmäßiger Zug gibt der Kohle mehr Kontaktzeit und holt mehr aus dem Filter heraus. Wird der Widerstand im Verlauf einer Session deutlich stärker, ist der Filter feucht oder gesättigt - dann hilft nur wechseln. Woran das im Detail liegt und wie du es vermeidest, steht im Beitrag zum verstopften Aktivkohlefilter.

Der zweite Punkt ist die Temperatur. Weil der Rauch Wärme an das Granulat abgibt, kratzt er weniger im Hals. Das ist der Grund, warum Aktivkohlefilter auch außerhalb des Joints Anhänger gefunden haben - beim Tabak ebenso wie in Wasserpfeifen. Für den Vergleich mit klassischen Zigarettenfiltern lohnt der Blick in den Beitrag Zigarettenfilter und Aktivkohlefilter im Vergleich; ob sich der Einsatz in Bong und Pfeife lohnt, klärt der Beitrag zum Aktivkohlefilter in Bong und Pfeife.

Der dritte Punkt betrifft das Ritual. Ein Filter bedeutet einen Handgriff mehr und eine Seite, die nach vorn gehört. Welche das ist und woran du sie erkennst, erklärt der Beitrag Aktivkohlefilter: wie rum einsetzen. Falsch herum eingesetzt funktioniert der Filter zwar weiterhin, die Endkappen sitzen aber ungünstiger und lose Kohle kann eher in den Mund gelangen.

Wie funktioniert ein Aktivkohlefilter?

Direktantwort: Die Funktionsweise beruht auf Adsorption. Aktivkohle ist von Millionen feinster Poren durchzogen und bringt dadurch auf wenig Volumen eine enorme innere Oberfläche mit. Zieht Rauch hindurch, lagern sich Moleküle an dieser Oberfläche an und bleiben zurück. Parallel wirkt der Filter mechanisch als Sieb und thermisch als Kühlstrecke.

Adsorption ist nicht dasselbe wie Absorption. Der Filter saugt nichts auf wie ein Schwamm, sondern bindet Stoffe an seiner Oberfläche - deshalb entscheidet die Oberfläche über die Wirkung, nicht das Gewicht. Ein einziges Gramm hochwertiger Aktivkohle bringt eine innere Oberfläche von mehreren Hundert Quadratmetern mit. Je feiner das Granulat bei gleicher Menge, desto mehr Oberfläche steht zur Verfügung und desto mehr kann sich anlagern.

Daraus folgen zwei Dinge, die den Aufbau eines Filters bestimmen. Erstens die Herkunft der Kohle: Aktivkohle aus Kokosnussschalen ist feinporiger als Kohle aus Steinkohle und filtert bei gleicher Menge besser. Zweitens die Endkappen, die das Granulat halten. Gelochte Keramikkappen brauchen gröberes Granulat, damit die Löcher nicht sofort zusetzen - das kostet Oberfläche. Offenporige Zellulosekappen halten auch feines Granulat zurück und kommen deshalb mit weniger Kohle auf mehr Filterleistung.

Die Kapazität ist endlich. Sind die Poren belegt, nimmt der Filter nichts mehr auf - die Sättigung ist der eigentliche Grund, warum ein Aktivkohlefilter ein Verbrauchsartikel ist. Wie weit sich ein Filter noch ein zweites Mal nutzen lässt, ordnet der Beitrag Aktivkohlefilter wiederverwenden ein.

Was filtern Aktivkohlefilter beim Rauchen?

Direktantwort: Aktivkohlefilter binden vor allem Teer, grobe Partikel, Asche und einen Teil der wasserlöslichen Rauchbestandteile. Zurück bleibt der sichtbare braune Belag im Filter. Gase und feinste Bestandteile passieren dagegen zum großen Teil - ein Aktivkohlefilter ist kein Komplettfilter.

Am zuverlässigsten arbeitet der Filter dort, wo er mechanisch greift: Pflanzenmaterial, Krümel und Asche kommen schlicht nicht durch. Das ist der Effekt, den du bei jedem einzelnen Zug bemerkst.

Bei den gelösten Bestandteilen entscheidet die Kontaktzeit. Ein langsamer Zug lässt den Rauch länger durch die Kohleschüttung strömen, und mehr Moleküle finden eine freie Pore. Ein hastiger Zug schiebt einen Teil ungefiltert durch. Deshalb hängt das reale Ergebnis nicht nur am Filter, sondern auch daran, wie du ziehst.

Ehrlich bleiben muss man beim Rest: Aktivkohle unterscheidet nicht zwischen erwünschten und unerwünschten Stoffen. Ein Teil der Aromen und Wirkstoffe lagert sich mit an. Belastbare Vergleichsmessungen speziell für Drehfilter gibt es nicht, weshalb wir hier bewusst keine Prozentzahl nennen - wer eine exakte Zahl verspricht, hat sie nicht gemessen.

Wie gut filtern Aktivkohlefilter wirklich?

Direktantwort: Wie gut ein Aktivkohlefilter filtert, entscheidet sich an drei Dingen: Menge und Feinheit der Kohle, Bauart der Endkappen und Zugverhalten. Zwischen einem grob gefüllten Billigfilter und einem dicht gepackten Filter mit feinem Kokoskohle-Granulat liegen Welten - der äußere Unterschied ist dabei kaum sichtbar.

Ein brauchbarer Praxistest kommt ohne Labor aus. Schüttele den Filter: Rasselt es hörbar, ist die Schüttung locker, und der Rauch sucht sich den Weg des geringsten Widerstands am Granulat vorbei. Ein dicht gepackter Filter klingt stumpf. Sieh dir zweitens die Endkappen an - sitzen sie sauber und plan, zieht keine Nebenluft vorbei. Und prüfe drittens nach der Session den Belag: Ein Filter, der innen unverändert hell aussieht, hat wenig gearbeitet.

Der zweite Faktor ist die Bauart. Keramikkappen mit Lochung setzen sich durch Feuchtigkeit zu und zwingen zu gröberem Granulat; Zellulosekappen sind nicht auf eine Lochung angewiesen und erlauben deshalb feinere Kohle. Das ist der Grund, warum sich die Zellulosevariante in den letzten Jahren durchgesetzt hat.

Welche Modelle aktuell vorn liegen und woran du Qualität vor dem Kauf erkennst, ordnet der Beitrag Beste Aktivkohlefilter: woran du gute Filter erkennst ein. Einen Eindruck aus der Praxis geben die Bewertungen: Der 6-mm-Aktivkohlefilter aus Kokosnussschalen-Aktivkohle kommt bei 872 Bewertungen auf 4,77 von 5 Sternen.

Warum wird der Zug mit Aktivkohlefilter kühler?

Direktantwort: Der Rauch legt durch das Granulat einen längeren Weg zurück und gibt dabei Wärme an die Kohle und die Filterwand ab. Das Ergebnis ist ein spürbar kühlerer, sanfterer Zug, der im Hals weniger kratzt.

Kühle entsteht durch Distanz und Oberfläche. In einem Aktivkohlefilter strömt der Rauch nicht durch einen leeren Hohlraum, sondern durch dicht gepacktes Granulat mit unzähligen kleinen Zwischenräumen. Auf diesem Weg gibt er Wärme ab, bevor er den Mund erreicht - dieselbe Physik, die auch einen längeren Bong-Rauchweg kühler macht, nur auf wenigen Zentimetern.

Zusätzlich bremst das Granulat die Strömung leicht. Der Zug wirkt dadurch weicher und kontrollierter statt stoßartig. Viele beschreiben den Effekt als runder und weniger beißend, besonders im direkten Vergleich zu einem Zug ohne Filter oder mit einem gedrehten Papptip.

Wer das Prinzip auf die Spitze treiben will, kombiniert Kühlung mit einem glatten Rauchkanal. Wie sich ein wiederverwendbarer Glasfilter dabei schlägt und wann welche Variante die bessere ist, vergleicht der Beitrag Glasfilter oder Aktivkohlefilter.

Haben Aktivkohlefilter auch Nachteile?

Direktantwort: Ja. Aktivkohlefilter sind Einwegprodukte, ihre Kapazität ist begrenzt, sie kosten etwas Wirkstoff mit - und sie machen Rauchen nicht unbedenklich. Wer das erwartet, wird enttäuscht; wer einen kühleren, saubereren Zug will, bekommt genau das.

Der erste Punkt ist die Sättigung. Sind die Poren belegt, nimmt der Filter nichts mehr auf, der Zug wird zäh und der Geschmack flach. Feuchtigkeit beschleunigt das, weshalb angebrochene Filter nicht wochenlang offen herumliegen sollten.

Der zweite Punkt ist der Abfall. Ein Filter pro Session summiert sich, und weil er die aufgefangenen Rückstände enthält, gehört er in den Restmüll und nicht in die Natur. Wer das reduzieren will, findet in wiederverwendbaren Glasfiltern eine Alternative - allerdings ohne die Adsorptionswirkung der Kohle.

Der dritte Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten übergangen: Ein Aktivkohlefilter verändert das Zugerlebnis, nicht das Grundrisiko. Der Rauch enthält weiterhin die Stoffe, die beim Verbrennen entstehen. Angenehmer ja - unbedenklich nein. Die risikoärmste Variante bleibt, gar nicht zu rauchen.

Wenn du dich für einen Filter entscheidest, lohnt der Blick auf Verarbeitung und Kohlequalität statt auf die Packungsgröße. Eine Übersicht aller Varianten findest du in der Aktivkohlefilter-Übersicht von Medusafilters.

Das passende Zubehör von Medusafilters

Häufige Fragen zu Aktivkohlefiltern

Sie kühlen den Rauch auf dem Weg durch das Kohlegranulat, halten Krümel und Asche zurück und binden durch Adsorption einen Teil von Teer und wasserlöslichen Rauchbestandteilen. Der Zug wird dadurch kühler, weicher und sauberer als mit einem gedrehten Papptip. Was ein Filter nicht leistet: Rauchen unbedenklich machen.

Ja, und zwar zuerst an der Temperatur: Der Rauch kommt spürbar kühler an und kratzt weniger im Hals. Zweitens am Widerstand - ein gefüllter Filter zieht etwas schwerer als eine leere Röhre, was einen ruhigen Zug belohnt. Am Geschmack ändert sich weniger, als viele erwarten, weil Aromen die Kohle größtenteils passieren.

Über Adsorption: Aktivkohle ist von feinsten Poren durchzogen und bringt auf wenig Volumen eine innere Oberfläche von mehreren Hundert Quadratmetern pro Gramm mit. Zieht Rauch hindurch, lagern sich Moleküle an dieser Oberfläche an. Dazu kommen die mechanische Siebwirkung gegen Partikel und die Kühlwirkung durch den längeren Weg.

Das hängt an Menge und Feinheit der Kohle, an den Endkappen und am Zugverhalten. Feines Granulat aus Kokosnussschalen-Aktivkohle hinter offenporigen Zellulosekappen filtert bei gleicher Menge besser als grobes Granulat hinter gelochten Keramikkappen. Ein langsamer Zug erhöht die Kontaktzeit und damit das Ergebnis.

Gedacht ist ein Filter für eine Session. Danach ist die Kohle teilweise gesättigt, der Zug wird schwerer und der Geschmack flacher. Praktische Anzeichen sind ein deutlich stärkerer Widerstand, ein feuchtes Mundstück und ein dunkler Belag im Inneren.

Nein. Ein Aktivkohlefilter verändert das Zugerlebnis, nicht das Grundrisiko: Der Rauch enthält weiterhin die Stoffe, die bei der Verbrennung entstehen. Belastbare Vergleichsmessungen speziell für Drehfilter gibt es nicht, deshalb sind Prozentangaben zur Schadstoffreduktion mit Vorsicht zu genießen. Angenehmer ja, unbedenklich nein.

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Quellen:

Effect of Charcoal in Cigarette Filters on Free Radicals in Mainstream Smoke https://www.ncbi.nlm.nih.gov

Activated charcoal filter effectively reduces p-benzosemiquinone from the mainstream cigarette smoke and prevents emphysema https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

https://www.abstractsonline.com/pp8/#!/5789/presentation/23033

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Dieser Inhalt ist nur für Bildungszwecke gedacht. Die bereitgestellten Informationen stammen aus Forschungsarbeiten, persönlichen Fachgesprächen und eigenen Erfahrungen, die zusammengetragen wurden.